Spannender Vortrag über die Handelbeziehungen zwischen der EU und dem Südlichen Afrika

Dr. Boniface Mabanza von der Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) in Heidelberg berichtete am 17. Nov. in der KHG vom steigenden Selbstbewustsein der Afrikaner gegenüber den immer wieder arrogant auftretenden Vertretern der EU in den Verhandlungen über Handelsabkommen (EPA). 2007 konnte aufgrund heftiger Proteste der Afrikaner keine Einigung erzielt werden. Ende 2014 stehen wieder "Economic Partnership Aggreements" (EPA) vor dem Abschluss die 2015 zur Unterzeichnung anstehen. Auch sie gefährten die Ansätze für eine innerafrikanische Wirtschaftsentwicklung durch die Konkurrenz des freien Handels.

Im Grunde ist Afrika durch seine Bodenschätze ein reicher Kontinent. Nach wissenschaftlichen Untersuchen wurden durch unfairen Handel dem Kontinent bisher mehr als 1000 Milliarden USD entzogen. 

In der anregenden Diskussion wurden weitere bedeutsame Punkte angesprochen.

Was erreicht Fair Trade?

Seine Bedeutung ist gering, da entscheidente Wirtschaftsgüter wie Rohstoffe nicht fair gehandelt werden. Auch ist Fair Trade einseitig auf Waren aus Afrika ausgerichtet und nicht auf die Warenströme aus der EU.

Migration aus afrikanischer Sicht?

Die Europäer haben die Probleme teils selbst verschuldet. Afrikanische Fanggründe werden durch riesige Trawler der EU leergefischt. Die Fischer verlieren ihre Existenzgrundlage und nutzen ihre Boote für den Transport von Flüchtlingen. Dies ist nur ein Beispiel von vielen.

Der Einfluss Chinas?

Zwar haben auch die Vereinbarungen mit den Chinesen ihre Probleme, doch stärkt die Konkurrenz zwischen Amerikanern, der EU und den aufstebenden Staaten einschliesslich Chinas die Verhandlungsposition der Afrikaner.

Die Zuhörer dankten Dr. Mabanza für die Informationen aus erster Hand und führten auch nach dem Vortrag noch angeregt Gespräche fort.

Dr. Mabanza in angeregter Diskussion
Aufmerksame Zuhörer